Im offiziellen World of Warcraft Community Discord fand ein öffentliches Q&A mit Senior Game Director Ion Hazzikostas statt. Mehr als 350 Fragen wurden im Vorfeld von der Community eingereicht.
Während des rund einstündigen Gesprächs sprach Ion unter anderem über den aktuellen Acht-Wochen-Rhythmus, die Zukunft des Housing-Systems, PvP, Berufe, Sammlungen, exklusive Belohnungen sowie weitere Remix-Events.
- Der Acht-Wochen-Rhythmus ist nicht in Stein gemeißelt.
- Blizzard arbeitet an einem öffentlichen Housing-Showcase.
- Reittiere und Transmog-Rüstungspuppen für Häuser sind geplant.
- Die Sammlerbeute wird definitiv zurückkehren.
- Weitere Remix-Erfahrungen sind vorgesehen.
- Alte, versehentlich entfernte Belohnungen könnten zurückkehren.
- Berufe sollen langfristig verständlicher und zugänglicher werden.
- Archäologie könnte für The Last Titan grundlegend überarbeitet werden.
Inhalte
- 1 Der Acht-Wochen-Rhythmus ist nicht in Stein gemeißelt
- 2 Weniger Timegating bei neuen Inhalten
- 3 Blizzard möchte mehr Entwickler zu Wort kommen lassen
- 4 Verbesserungen bei Barrierefreiheit und Addons
- 5 Discord-Integration soll Gemeinschaften stärken
- 6 Mehr Freiheit bei der Wahl der Inhalte
- 7 Entscheidungen mit echten Auswirkungen bleiben schwierig
- 8 Housing-Showcase und weitere Sammlungen für Häuser
- 9 Weitere Rufsysteme sollen kriegsmeutenweit werden
- 10 Klassenänderungen sollen spürbar, aber nicht überfordernd sein
- 11 Blizzard möchte die PvP-Spielerschaft vergrößern
- 12 PvP-Talente sollen überarbeitet werden
- 13 Die Sammlerbeute wird definitiv zurückkehren
- 14 Weitere Remix-Erfahrungen sind geplant
- 15 Sammler sollen alte Inhalte auch abschließen können
- 16 Nur sehr wenige Belohnungen sollen exklusiv bleiben
- 17 Berufe sollen langfristig zugänglicher werden
- 18 Sekundärberufe und Archäologie in The Last Titan
- 19 Patch 12.1 ist mehr als nur eine Nebengeschichte
Der Acht-Wochen-Rhythmus ist nicht in Stein gemeißelt
Seit Dragonflight versucht Blizzard, ungefähr alle acht Wochen neue Inhalte für World of Warcraft zu veröffentlichen. Dieser Rhythmus entstand als Reaktion auf frühere Erweiterungen, in denen Spieler teilweise sehr lange auf neue Inhalte warten mussten.
Laut Ion handelt es sich dabei jedoch nicht um eine unumstößliche Regel. Der Acht-Wochen-Takt sei vielmehr ein Ziel, das sich aus Sicht des Entwicklerteams sowohl für neue Inhalte als auch für Fehlerbehebungen bewährt habe.
Blizzard sei sich allerdings bewusst, dass sich die häufigen Updates für manche Spieler inzwischen überwältigend anfühlen können.
Sollte sich dieses Verhältnis deutlich verändern, würde Blizzard den Veröffentlichungsrhythmus entsprechend anpassen.
Weniger Timegating bei neuen Inhalten
Während The War Within versuchte Blizzard teilweise, Inhalte stärker über mehrere Wochen zu verteilen. Diese Vorgehensweise wurde von vielen Spielern jedoch als künstliches Timegating kritisiert.
Aus diesem Grund möchte das Entwicklerteam künftig vorsichtiger mit zeitlich beschränkten Freischaltungen umgehen. Gleichzeitig bleibt es schwierig, eine Balance zwischen Spielern zu finden, die möglichst schnell alle Inhalte erleben möchten, und Spielern, die sich von zu vielen Aufgaben gleichzeitig überfordert fühlen.
Blizzard möchte mehr Entwickler zu Wort kommen lassen
Die Kommunikation mit der Community erfüllt laut Ion verschiedene Aufgaben. Manchmal gehe es darum, Spieler über aktuelle Änderungen zu informieren, manchmal sollen Designentscheidungen und die dahinterstehende Philosophie erklärt werden.
Darüber hinaus möchte Blizzard künftig häufiger die Entwickler, Künstler und Designer vorstellen, die direkt an bestimmten Inhalten arbeiten.
Blizzard möchte außerdem wissen, von welchen Entwicklern und Teams die Community künftig gerne mehr hören würde.
Verbesserungen bei Barrierefreiheit und Addons
Blizzard versucht weiterhin, problematische oder missbräuchlich verwendete Addons einzuschränken. Dabei könne es jedoch passieren, dass auch hilfreiche Funktionen für Spieler mit besonderen Anforderungen beeinträchtigt werden.
Um die Abhängigkeit von Addons zu reduzieren, investiert Blizzard verstärkt in eingebaute Komfort- und Barrierefreiheitsfunktionen.
- Ein-Tasten-Rotation
- zusätzliche Text-zu-Sprache-Funktionen
- automatisch freigeschaltetes statisches Fliegen
- Verbesserungen am Ping-System
- vertonte Mouseover-Elemente in Patch 12.1
Mit Patch 12.1 soll außerdem die Addon-Schnittstelle verbessert werden. Ziel sei es, die Sicherheit zu erhöhen und gleichzeitig wieder mehr Möglichkeiten anzubieten, Sounds mit dem Erhalten oder Verlieren bestimmter Stärkungszauber zu verknüpfen.
Discord-Integration soll Gemeinschaften stärken
Gilden und Gemeinschaften bleiben laut Ion ein wichtiger Bestandteil von World of Warcraft. Blizzard möchte es Spielern einfacher machen, Gleichgesinnte zu finden und miteinander in Kontakt zu bleiben.
Zum Start konzentriert sich die Integration auf die Verbindung von Chats. Langfristig könnte das System um weitere Community-Funktionen erweitert werden.
Blizzard möchte dabei nicht einfach alle Funktionen von Discord innerhalb von World of Warcraft kopieren. Stattdessen sucht das Team nach sinnvollen Funktionen, die bestehende Gemeinschaften ergänzen.
Mehr Freiheit bei der Wahl der Inhalte
Die sogenannte Spielerfreiheit ist seit mehreren Jahren ein wichtiger Bestandteil der Designphilosophie von Blizzard.
Spieler sollen möglichst nicht dazu gezwungen werden, bestimmte Inhalte abzuschließen, nur um in einem anderen Bereich Fortschritte machen zu können.
Mit parallelen Fortschrittspfaden wie Tiefen, Dungeons und Schlachtzügen möchte Blizzard unterschiedliche Spielweisen ermöglichen. Zwar könne es weiterhin Vorteile bringen, mehrere Bereiche zu spielen, grundsätzlich sollen die einzelnen Systeme jedoch möglichst unabhängig voneinander funktionieren.
Spieler sollen ihre bevorzugten Inhalte spielen können, ohne zuvor Aufgaben erledigen zu müssen, die ihnen keinen Spaß machen.
Entscheidungen mit echten Auswirkungen bleiben schwierig
Viele Spieler wünschen sich Geschichten, bei denen ihre Entscheidungen die Spielwelt dauerhaft verändern. In einer gemeinsamen Onlinewelt mit Millionen Spielern sei dies jedoch nur schwer umzusetzen.
Blizzard versucht bereits, kleinere Unterschiede durch angepasste Dialoge oder Reaktionen von NPCs einzubauen. Die grundlegenden Quests, Bosse und Zwischensequenzen müssen jedoch für alle Spieler weitgehend identisch bleiben.
Das Entwicklerteam würde langfristig gerne mehr Inhalte erschaffen, bei denen persönliche Entscheidungen eine größere Rolle spielen. Konkrete Pläne gibt es derzeit jedoch noch nicht.
Housing-Showcase und weitere Sammlungen für Häuser
Blizzard möchte es Spielern künftig leichter machen, die Häuser anderer Spieler zu finden und zu besuchen.
Spieler sollen ihre Häuser öffentlich auflisten können. Andere Spieler könnten anschließend über eine Such- oder Browse-Funktion verschiedene Häuser entdecken und besuchen.
Mit Patch 12.1 werden außerdem Haustiere für das Housing-System eingeführt.
Für die Zukunft geplante Housing-Funktionen
- Reittiere im eigenen Haus oder auf dem Grundstück präsentieren
- Rüstungspuppen zum Ausstellen von Transmog-Sets
- mögliche Verknüpfungen mit Berufen
- leichtere Möglichkeiten, Häuser anderer Spieler zu finden
Bei Berufsboni möchte Blizzard jedoch vorsichtig sein. Das Besuchen bestimmter Häuser dürfe sich nicht verpflichtend anfühlen.
Eine zusätzliche Herausforderung stellen Jägerbegleiter dar. Während das Housing-System kriegsmeutenweit funktioniert, sind Jägerbegleiter weiterhin an einzelne Charaktere gebunden.
Weitere Rufsysteme sollen kriegsmeutenweit werden
Blizzard möchte langfristig weitere ältere Rufsysteme für die gesamte Kriegsmeute verfügbar machen.
Dieser Prozess sei jedoch deutlich aufwendiger als viele Spieler vermuten. Die einzelnen Rufsysteme müssten größtenteils manuell angepasst werden.
Blizzard arbeitet deshalb daran, den internen Arbeitsablauf zu verbessern. Die Umstellung habe länger gedauert als ursprünglich erhofft, das Team halte jedoch weiterhin an diesem Ziel fest.
Klassenänderungen sollen spürbar, aber nicht überfordernd sein
Bei Klassenanpassungen versucht Blizzard, eine schwierige Balance zu finden.
Änderungen sollen groß genug sein, um sich tatsächlich auf das Spielgefühl und die Leistung einer Klasse auszuwirken. Gleichzeitig dürfen sie nicht so umfangreich oder unerwartet ausfallen, dass Spieler ihre eigene Klasse nach einem Update kaum noch wiedererkennen.
Blizzard möchte die PvP-Spielerschaft vergrößern
Ion räumte ein, dass es zuletzt Unstimmigkeiten beim Matchmaking Rating, kurz MMR, gegeben habe.
Inzwischen funktioniere das System wieder besser. Blizzard hätte auf die Sorgen der Community jedoch schneller reagieren müssen und möchte dies in Saison 2 verbessern.
Auch lange Warteschlangen bleiben eine große Herausforderung. Besonders in der Solo-Wertung spielen deutlich mehr Spieler Schadensklassen als Heiler. Zusätzlich dauern die einzelnen Runden länger als gewöhnliche 2-gegen-2- oder 3-gegen-3-Partien.
Blizzard möchte die bestehende PvP-Community besser unterstützen, muss gleichzeitig aber auch neue Spieler für PvP gewinnen.
Vor rund 20 Jahren machte PvP laut Ion einen deutlich größeren Anteil der gesamten Spielerschaft aus als heute.
Systeme wie die Trainingsgelände sollen neue Spieler an PvP heranführen. Dieser Prozess werde jedoch längere Zeit benötigen.
PvP-Talente sollen überarbeitet werden
Die PvP-Talente benötigen laut Ion dringend eine Überarbeitung.
Für Saison 2 ist eine größere Anpassung zwar noch nicht geplant, das Thema befindet sich jedoch bereits auf der Liste zukünftiger Verbesserungen.
Mit dem Tempo der PvP-Belohnungen sei das Entwicklerteam grundsätzlich zufrieden. Verbesserungsbedarf sieht Blizzard vor allem bei der Darstellung.
Denkbar wäre beispielsweise eine Art Ruhmstufenpfad, über den Spieler besser erkennen könnten, welche Belohnungen sie wann erhalten.
Die Sammlerbeute wird definitiv zurückkehren
Einen konkreten Termin nannte Ion Hazzikostas allerdings noch nicht.
Blizzard möchte das Event nur sehr sparsam einsetzen. Während der Sammlerbeute sollen Spieler einen deutlich spürbaren Vorteil beim Sammeln älterer Gegenstände erhalten.
Würde das Event zu häufig stattfinden, könnte dies dazu führen, dass Spieler außerhalb des Zeitraums gar nicht mehr auf die Jagd nach seltenen Gegenständen gehen. Genau diesen Effekt möchte Blizzard vermeiden.
Die Sammlerbeute soll deshalb ein seltenes und besonderes Ereignis bleiben.
Weitere Remix-Erfahrungen sind geplant
Blizzard möchte auch künftig weitere Remix-Erfahrungen veröffentlichen.
Diese Spielmodi bieten Spielern die Möglichkeit, die Geschichte älterer Erweiterungen in einem schnelleren Tempo erneut zu erleben. Gleichzeitig unterscheiden sie sich stärker vom normalen Besuch alter Inhalte mit einem Charakter auf Maximalstufe.
Konkrete Angaben zur nächsten Remix-Erweiterung machte Ion während des Q&As noch nicht.
Sammler sollen alte Inhalte auch abschließen können
Beim Thema Sammlungen möchte Blizzard vermeiden, dass sich alte Inhalte niemals vollständig abschließbar anfühlen.
Es sei grundsätzlich kein Problem, wenn ein Spieler irgendwann alle gewünschten Gegenstände aus einem älteren Schlachtzug erhalten habe.
Aus diesem Grund wurden beispielsweise keine neuen Housing-Gegenstände nachträglich zu alten Bossen in der Drachenseele hinzugefügt. Spieler sollen nicht ständig erneut in bereits abgeschlossene Inhalte geschickt werden.
Nur sehr wenige Belohnungen sollen exklusiv bleiben
Nur ein winziger Anteil aller Sammelgegenstände soll dauerhaft exklusiv bleiben.
Dabei handelt es sich hauptsächlich um Belohnungen, bei denen Blizzard bereits bei ihrer Veröffentlichung ausdrücklich angekündigt hatte, dass sie nur für einen begrenzten Zeitraum erhältlich sein würden.
Beispiele für dauerhaft exklusive Belohnungen
- ursprüngliche Herausforderungsmodus-Belohnungen
- bestimmte Vorlagen aus dem ursprünglichen Magierturm
- wenige weitere ausdrücklich zeitlich limitierte Gegenstände
Viele andere Gegenstände seien dagegen unbeabsichtigt nicht mehr erhältlich, beispielsweise weil alte Inhalte verändert oder entfernt wurden.
Bei versehentlich entfernten Gegenständen ist Blizzard grundsätzlich offen dafür, sie über neue Wege wieder verfügbar zu machen.
Die Community soll dem Entwicklerteam entsprechende Beispiele melden.
Berufe sollen langfristig zugänglicher werden
Die primären Berufe werden auch in Zukunft weiterentwickelt.
Das mit Dragonflight eingeführte System sollte Berufen mehr Tiefe verleihen und Spielern ermöglichen, sich als Handwerker stärker zu spezialisieren. Dieses Ziel wurde laut Ion grundsätzlich erreicht.
Allerdings sei die Komplexität nicht für jeden Beruf gleichermaßen sinnvoll.
Bei einem Schmied, der seltene und mächtige Endgame-Ausrüstung herstellt, kann ein tiefgehendes Berufssystem gut funktionieren.
Beim Sammeln von Kräutern oder beim Herstellen einiger Tränke für den Eigenbedarf kann die gleiche Komplexität überfordernd wirken.
Langfristig sollen zumindest einige Berufe daher verständlicher und zugänglicher werden.
Sekundärberufe und Archäologie in The Last Titan
Auch die Sekundärberufe benötigen laut Ion dringend mehr Aufmerksamkeit.
Das Entwicklerteam diskutiert derzeit mögliche Verbesserungen für The Last Titan.
Besonders Archäologie besitzt aus Sicht von Blizzard eine starke Fantasy. Das Erforschen verlorener Zivilisationen und das Entdecken alter Geheimnisse passe hervorragend in die Welt von Warcraft.
Das eigentliche Gameplay des bisherigen Archäologie-Systems habe jedoch nur wenige Spieler begeistert.
Blizzard möchte das Gefühl von Forschung, Entdeckung und verlorenen Zivilisationen mit einem unterhaltsameren Spielablauf verbinden.
Patch 12.1 ist mehr als nur eine Nebengeschichte
Ion freut sich darauf, dass die Spieler die Geschichte von Patch 12.1 erleben können.
Einige Spieler vermuten, dass es sich lediglich um eine unabhängige Troll-Nebengeschichte handelt, die von der eigentlichen Jagd nach Xal’atath ablenkt.
In der kommenden Geschichte steckt offenbar deutlich mehr, als derzeit möglicherweise erwartet wird.
Weitere Informationen zur Zukunft von Warcraft möchte Blizzard unter anderem auf der BlizzCon präsentieren.
Für Anregungen, Verbesserungsvorschläge oder um Fehler zu melden könnt ihr euch gerne jederzeit im Kanal #websitefeedback auf dem Goldgoblin Discord bei mir melden.
Vielen herzlichen Dank!

